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09. August
19. Sonntag im Jahreskreis 
Mt 14, 22-33

Liebe Christen, liebe Leserinnen und Leser,

endlich ist Sommer, fast ist es uns schon wieder zu warm. Aber endlich ist er da. Das Korn reift und vielfach wird es auf den Feldern schon abgeerntet. Erinnern Sie sich noch daran, wie die Sommer früher waren als Sie noch ein junges Mädchen oder ein junger Mann, waren. Bestimmt sind Sie am Wochenende tanzen gegangen, denn Internet und Online-Spiele gab es noch nicht, sondern wurden erst entwickelt. Hatten Sie denn auch ein Lieblingslied, damals?

Ich habe unter den Kirchenliedern im alten Evangelischen Gesangbuch, Nr. 503, ein Lied gefunden, das grade jetzt so gut passt, "Geh aus, mein Herz, und suche Freud". Ich mag dieses Lied gern, weil es die Natur gerade im Sommer so schön beschreibt, ohne Stau auf den Straßen, ohne Corona-Tests bei Rückkehr aus dem Urlaub, ohne geschlossene Gastronomie und Museen. So viele Strophen gibt es, und alle sind quicklebendig und fröhlich. Die Bäume voller Laub, die Lerche und die Nachtigall; die Glucke, die mit ihrem Völkchen aus lauter Küken über den Hof zieht, oder die Schafe, die am Bach weiden, während das Wasser plätschert und rauscht.

Vieles davon haben Sie bestimmt auch bis jetzt an schönen Sommertagen erlebt. Bienen zum Beispiel, die wir dann gar nicht so gern mögen, oder die vielen Früchte, die wir jetzt sehen und essen: Kirschen Himbeeren - alles wächst und gedeiht und es ist nicht mehr solange hin und wir feiern Erntedank.

Mich macht das dankbar. Dankbar, dass wir genug zum Leben haben, weit mehr als das tägliche Brot, um das wir im Vaterunser bitten. Dankbar um Gott für seine Schöpfung zu preisen. Und es macht mir Mut für das, was noch kommt. Die letzte Strophe des Liedes ist eigentlich ein Gebet: „Erwähle mich zum Paradeis und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen. So will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen“.

Ich bin wie Sie getauft - also hat Gott uns schon für das Paradies - Reich Gottes - vorgesehen.

Ob ich mich selbst immer an das halte was Gott von mir erwartet - eher wohl nicht. Aber feststeht: Gott hält sich an das Versprechen, das er uns mit der Taufe gegeben hat: „Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“

Damit ist das, worum wir in der letzten Strophe Gott bitten, uns ja schon zugesagt. Gott hat uns schon versprochen, dass wir in seinem wunderbaren, himmlischen Garten ewig sein dürfen.

Eben deshalb können wir die Natur umso fröhlicher betrachten. Alles, was wir jetzt im Sommer sehen, ist schon eine Vorahnung der himmlischen Gärten. Dort wird dann die Freude vollkommen sein und wir werden ganz und gar grünen und blühen. Dann kommt erst die volle Blüte.

Ihr Diakon Manfred Nenno

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